Heute vormittag lag quasi keine Motivation zur ernsthaften Ausübung einer beruflichen Tätigkeit vor. Also habe ich mich im Netz auf die Suche nach Bahnstrecken mit Reaktivierungspotenzial gemacht. Nimmt man die Suchbegriffe "Bahnstrecke" und "reaktivieren" wird zu meiner Überraschung deutlich, wie präsent das Thema offensichtlich ist.
Zahlreiche Regionalstrecken sind in den letzten Jahren bereits reaktiviert worden, in vielen Fällen laufen Verfahren und Initiativen, um weitere Strecken wiederzubeleben. Fazit: mit der Idee sind wir wohl nicht alleine. Schwierig würde sich zudem unsere Beteiligung an einem solchen Projekt darstellen, da offensichtlich immer wieder die Unterstützung der Politik das entscheidende Moment bei den Raktivierungsprojekten ist. Auch wir wären dann wohl auf die langsamen Mühlen der Politik angewiesen.
Ich habe daher nochmal in Richtung Schornsteine weiter gedacht und kam auf die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung von Gullideckeln. Daran fehlte mir allerdings dann doch der kommerzielle Aspekt, schließlich wollen wir mittelfristig damit ja auch Geld verdienen. Allein auf den Erfolg unseres Meisterwerks zu dem Thema würde ich mich nur ungern verlassen. Also bin ich doch wieder bei der Werbung im öffentlichen Raum gelandet. Also Werbung auf Gullideckeln. Eine erste Recherche ergab, dass es auch hier schon den ein oder anderen Ansatz gab, aber systematisch hat das wohl noch niemand genutzt. Schritt zwei wären dann große Gebäude als Werbeträger. Mit spezieller Scheinwerfertechnik projizieren wir das Logo der Kölner Verkehrsbetriebe in 120x20 Meter auf das Unicenter. Um das finanzielle Potenzial auszuloten müssten wir als erstes Mal eine Verkehrszählung machen.
Dann habe ich gelesen, dass die Bahn gerade wegen der Wirtschaftskrise tausende von Güterwaggons in Ostdeutschland auf einem Abstellgleis stillgelegt hat, weil keine Aufträge reinkommen. Länge des Geisterzugs: 170km. Damit müsste sich doch was anstellen lassen. Vielleicht könnten wir die Dinger in einer Massenveranstaltung symbolisch mit Datenmüll (=Elektronikschrott) füllen. Problem: Strafrechtlicher Tatbestand.
Oder sollen wir doch alles auf Regenschirmautomaten setzen?
uzumaki - 30. Mär, 12:57
Der Meister reisst mich nicht mehr vom Hocker wegen der Hintergrundinformationen. Wäre es ein einsamer Typ mit Zwei-Zimmer Wohnung, wovon in einem Zimmer eine staubige Glotze, ein blaues durchgesessenes Ikea-Sofa und ein einsames Jimi Hendrix-Poster hängen würde und im anderen Zimmer Mischpulte, diverse Gitarren und Equipment. Und wäre die Küche muffig, vermüllt und voller dreckigem Spul und Pizzaschachtel.... ja, dann würde ich noch über den Meister nachdenken. Aber Einfamilienhaus, Frau und Kinder... neee, das passt nicht.
Ansonsten schwebe ich geistig zwischen Benjamin Leberts "Crazy", Effi Briest, Zeitungsmagazinen, Tonwerttrennungen und pupertären Problemen. Da bleibt nicht mehr viel.
Habe mir übrigends ein neues Buch gekauft, von dem ich jetzt schon weiß, dass ich es nicht ganz durchlesen werde, aber der postmoderne Einbandtext hat mich zutiefst gereizt:
[...] Der junge Schriftsteller David Dilek (Romanfigur) schaut sich seine Freunde, tyische kreative Mittdreißiger, an und sucht nach Antworten auf die kleinen Fragen des Alltags und die großen des Universums. Im Leben seines Helden Paul Dirac, des großen Ubekannten der modernen Physik, glaubt er zu erkennen, worum es geht.
Dietmar Dath (der Autor des Buches) jagt Wissenschaftsgeschichte, Pop und Sciencefiction durch den Teichlenbeschleuniger.
Wir haben deutlich zu wenig Ahnung von Physik. Also ich gar nicht.
je-guil - 25. Mär, 22:24
Komm schon Je-Guil, das kann nicht wahr sein, dass das Bild des Meisters nicht irgendeine Reaktion bei dir hervorruft.
Es sei denn, du sitzt seit dem ersten Anblick völlig paralysiert vor dem Bildschirm.
uzumaki - 20. Mär, 18:31
Was macht ein überzeugter Nazi täglich um 19:33 Uhr?
Und was um 19:45 Uhr?
uzumaki - 17. Mär, 19:34
Archetyp des kreativen Genies, Denkers und Philosophen
uzumaki - 15. Mär, 14:43
Nach umfassender Sammlung von Basismaterial ist dringend die kreative Denke und Schreibe von je-guil gefragt, um unser Jahrhundertwerk endlich auf den Weg zu bringen.
Uzumaki beschäftigt sich in der Zwischenzeit mit profaneren Dingen und fängt eine Liste von Begriffen an, die meist negative Konnotation haben und teils mit alternden Frauen in Verbindung stehen:
1. Krähenfüße
2. Reiterhosen
3. Winkearme
4. Wasserzahn
5. Triefaugen
6. Lazy eye (internationaler Quotenbegriff)
Beim nochmaligen Betrachten der Liste überlegt sich Uzumaki jetzt was das wohl für absonderliche Suchbegriffe im Tracker geben wird...
uzumaki - 10. Mär, 19:43
Na also. Email-Eingang vom 17.7.2007:
hallo mein lieber, brauchst du eigentlich deine bahncard? sie liegt schon einige tage bei uns. melde dich mal, wenn wir sie schicken sollen, ok
geht es dir ansonsten gut?kannst du gut ins semester einsteigen und geniesst aber auch einwenig nebenher????
papa ist gerade losgezogen um in den nächsten drei tagen seine klasse auf einfaches leben einzustimmen. aber nicht ohne seine lola - oje, sie wird sicher wieder völlig ferig zurückkommen.
bei mir ist es ganz ruhig auf dem hof - ohne lola ein komisches gefühl
ich versuche meine russischen vokalen in mein hirn zu bekommen, was unendlich nühsam ist.
in den kommenden zwei wochen arbeite ich nur stundenweise in der familie und ab dem 1.10 dann richtig, entsprechend dem dienst der frau, die ja als springerin im krankehaus anfangen wird. abheute geht es los, bin gespannt.
also du. lass es dir gut gehen. mit dem zimmer hast du alles geregelt, ist das ok so.
ich freue mich, wenn du dich wieder einmal hören lässt und gruesse dich bis dahin
mama
uzumaki - 28. Feb, 09:37
Wie besprochen gebe ich hier die verirrte Email (Namen ausgetauscht) zum Besten:
hallo basti, ich koennte morgen frueh losfahren und waere abends in groningen. - ich fahre gern, wenn du es dir hilft. lass mal hoeren.
wir machen uns grosse sorgen um dich. bitte geh heute nacht noch in die klinik, die helfen dir in jedem fall irgendwie weiter, lassen untersuchungen anlaufen und versuchen klarheit zu schaffen. bitte gehe so schnell wie moeglich dorthin, um sicherheit zu bekommen.
wir denken sehr an dich und umarmen dich
mama und papa
Ich suche mal in meinem Posteingang nach älteren Emails - vielleicht lassen sich noch weitere Anhaltspunkte für eine Romangeschichte finden.
Üzümaki
uzumaki - 28. Feb, 09:28
Uzumaki hat den Post-Karneval-Infekt und erbittet dringend weitere Informationen über "Saure Orangen". Zudem der Hinweis auf neue, aufregende Suchbegriffe im Tracker.
Es grüßet
UM
uzumaki - 25. Feb, 21:54
Aller Anfang ist schwer:
Es geht um jemanden, der gerade sein Studium fertig gemacht hat. Er war ein guter Student, ehrer einer von den zu strebsamen. Irgendwie unsymphatisch. Hat nicht viele Feten mitgemacht, eigentlich keine und ander würden sagen, er hätte etwas verpasst. Ihm selber kam soetwas gar nicht in den Sinn. Er fand seine Erfüllung im stillen, ruhigen, im Alleinigen. Seine Zeit verbrachte er mit Fachliteratur, und da er sein Studium als Universal verstand, war eigentlich alles Fachliteratur für ihn.
je-guil - 22. Feb, 21:48
Vorschlag: Kategorie "Rekombination".
Hintergrund: (Reduziertes) Verständnis der Postmoderne als Zeitalter der Rekombination. Alles ist schonmal dagewesen, Originalität und Innovation wird zur Mangelware und verdrängt durch ein ewiges Neukombinieren von Bestehendem. Die entscheidenende Frage ist damit "lediglich" die nach der richtigen Rekombination zur richtigen Zeit .
Am besten bringt die Frage nach den Neuauflagen alter Chartbreaker die Sache auf den Punkt. Nach welchen zeitlichen Intervallen schlagen solche Remixe ein? Gibt es bestimmte zeitliche Muster, die sich vorausberechnen lassen? Vielleicht wäre so 2010 einen alter Donna Summer Hit neu aufzulegen, weil er genau 24 Jahre alt ist. Die zeitlichen Muster müssen berechnet werden. Mit welchen modernen Elementen muss das Original dann kombiniert werden?
uzumaki - 20. Feb, 21:26
Nur zur Erinnerung: Kausalitäten in irgendwelchen Dingen, durch die man erkennen kann, wo und wie man Geld machen kann. jemand auf der Suche.
- Zigarettenautomaten
- Remixes
- Saure Orangen
Bitte um Ergänzung und um Idee für Name der neuen Kategorie.
So, guck jetzt weiter Bremen gegen Mailand.
Weiß übrigends immernoch nicht, ob ich das Wochenende flüchte.
Telegrammstil ist mir im Hinterkopf geblieben.
je-guil - 18. Feb, 21:24
Uzumaki hat eine dicke Backe, dafür aber zwei Zähne weniger. Ob sich das vom Volumen her ausgleicht? Krankgeschrieben nutzt er die Zeit zum lesen (Paul Auster, lässt sich gut an) und zum Ausgestalten der letzten Kostümdetails für kommende Woche. Nähere Angaben unterliegen leider noch der Verschwiegenheitspflicht.
Welche Pläne hat nun Je-Guil für das grosse Fest geschmiedet? Sucht er das Weite oder stürzt er sich als Spiegelei ins Gedränge?
uzumaki - 13. Feb, 11:36
Konsum von Kurzen erfolgreich vermieden. Uzumaki ist stolz. Und Je-Guil auch. Statt Zerstörung von Gehirnzellen mit Hochprozentigem dafür Kreation von Karnevalskostümen betrieben.
Aktuelle Auswahl (2 Kostüme): Phasenprüfer, Petrosilius Zwackelmann.
Nächste Schritte: Feinabstimmung (bitte um Anregungen seitens geschulten Personals zur Förderung von Kreativität bei anderen Menschen, die zudem das notwendige Fachwissen über deutschsprachige Literatur mitbringen).
uzumaki - 1. Feb, 16:41
Neue Kategorie angelegt: Gehört. Analog zu "gelesen" zum Festhalten von Künstlern, Songs, Platten, die irgendwie nennenswert sind.
Gerade durch die Möglichkeit von youtube und myspace, von Band zu Band und von Genre zu Genre zu springen, habe ich seit einigen Jahren phasenweise ganz bestimmte Bands und Songs auf dem Programm, die dann nach ein paar Monaten wieder verschwinden. Hier können sie verewigt werden.
uzumaki - 31. Jan, 19:35
Ein ganz mieser Deal, auf den sich der Gutmensch Je-Guil da eingelassen hat. Jetzt, wo abgerechnet wird, guckt er ganz schön doof aus der Wäsche. Nicht mal 50 Euro für den ganzen Ärger - am teuersten ist ja immernoch die wiederkehrende Einsicht bei solchen Unterfangen, dass man offensichtlich zu blöd für die Steuergesetze, die Formulare und die Begriffe ist. Wieso haben Werbungskosten nichts mit Bewerbung zu tun?
Uzumaki hat für das letzte Jahr immerhin 200 Euro rausgeschlagen. Aufwand: 5 Minuten. Erklärung: Unsere Buchhalterin kann diese elektronische Steuererklärung im Schlaf und hat mit Angeboten, dass mit mir durchzugehen. Kosten: Ein Abendessen (ca. 25€). Der Schnitt kann sich sehen lassen. Entscheidender Vorteil: Aufgrund ihrer Erfahrung hat sie mit davon abgeraten, mit irgendwelchen Belegen und Quittungen etc. anzukommen, es sei denn, einzelne Ausgaben belaufen sich in drei- oder vierstelliger Höhe, also der Laptop zum Beispiel. Alles andere steht niemals im Verhältnis zu dem, was am Ende rausspringt. Gehen wir bei Je-Guil mal von einem Stundensatz von 20 € aus (absichtlich tief gestapelt) - bei knapp 50 Euro kannst du gute 2 Stunden Belege sammeln, kopieren, eingeben und abschicken. Kommt das hin?
Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich für die von dir durchgeführte Wiedergeburt des Begriffs ominös bedanken. Im Grunde sind es sogar Zwillinge, die du da zur Welt gebracht hast. Zumindest semantische Zwillinge. Ominös kann neben der von dir verwendeten Bedutung im Sinne von zweifelhat, dubios, undurchsichtig, auch für unheilsbringend stehen. Du kannst also z.B. ominös Auto fahren (was sogar gar nicht so weit her geholt zu sein scheint, erinnere ich mich doch noch gut an das Ausparken aus einer 20m breiten Parklücke in Mainz, wobei die an beiden Enden befindlichen Holzpfosten touchiert wurden).
Zum Abschluss möchte ich die Aufmerksamkeit von Je-Guil, seines Zeichens bekennender Kenner des deutschen Wortschatzes und der deutschen Grammatik, Spezialgebiete Syntaxa und Adverbien, auf den zweiten Satz in diesem Beitrag lenken. Die Konstruktion von "jetzt" als zeitlicher Bezug mit "wo" als geographischer Bezug ist so augenscheinlich falsch, dass sich mir als Verfasser jetzt beim Lesen die Haare aufstellen. Bereits beim Verfassen dieser Konstruktion kam mir das ganze ziemlich ominös vor (Frage 1: welche Bedeutung des Wortes ominös liegt hier vor?), allerdings konnte ich keine bessere Präposition (Frage 2: ist dieser Begriff als Name für Worte wie "wo, da, als..." korrekt?) finden - vielleicht noch "da" aber das klingt sehr antiquirt, genauso wie "als". Frage 3: Finden Sie eine bessere und vor allem grammatikalische richtige Formulierung.
Bearbeitungszeit für die 3 Fragen: 3 Minuten.
Bewertungssystem: 1 Punkt pro richtige Antwort.
Bewertungsskala: 3 Punkte = Kenner; 2 Punkte = weitere Übrungsaufgaben erforderlich; 0 Punkte = Beruf verfehlt.
uzumaki - 31. Jan, 15:01