Dienstag, 21. April 2009

Malhör

Moinsen, bin aufm Sprung nach Holland und dann weiter nach England bis Ende nächster Woche. Erst beruflich, dann privat, inkl. ManU Spiel gegen Tottenham im Stadion.

Erstens: Für unsere Romangeschichte: Ich bin immer noch ziemlich begeistert von dem Typen, dessen Geschichte letztens durch die Medien geisterte, weil er innerhalb eines Jahres 50 verschiedene Jobs gemacht hat. Über eine Zeitarbeitsfirma hat er immer ganz kurze Jobs für ein paar Tage bekommen. Vielleicht könnte das unser Kandidat machen, um innerhalb kürzester Zeit die maximale Berufserfahrung zu sammeln. Sein Problem: Er kriegt den ersten Job nach der Uni nicht, weil ihm Berufserfahrung fehlt und selbst die "Einsteigerstellen" schon mehrjährige Berufserfahrung wünschen oder sich Leute darauf bewerben, die schon Berufserfahrung haben. Also will er diesem Dilemma entgehen und in kürzester Zeit ordentlich Berufserfahrung nachholen. Bei 50 jobs in einem Jahr kämen doch bestimmt einige interessante Anekdoten raus, oder?

Sonntag, 12. April 2009

Suchen! Search! Rechercher! Buscar!

Lange trage ich schon diese schweren Gedanken mit mir herum und in den letzten Wochen habe ich immer wieder gedacht, dass ich hier etwas dazu schreiben muss. Um mich selbst von der schweren Last zu befreien, um die ganze Welt auf das Problem hinzuweisen, um das Ausmaß der Krise Schwarz auf Weiss zum Ausdruck zu bringen. Im allerletzen Moment habe ich mich dann aber doch immer wieder selbst beschwichtigen können und mir auferlegt, geduldiger zu sein, die Hoffnung nicht aufzugeben und die Katastrophe nicht heraufzubeschwören. Das wird schon wieder. Bald schon ist alles vorbei.

Doch jetzt, zur Mittagszeit am Ostersonntag, ist der Punkt gekommen, an dem es nicht mehr länger geht. Keine weitere Sekunde mehr. Es muss jetzt es einfach raus: Seit dem 28. Februar 09 haben wir keine neuen Suchtreffer mehr im kursiv bekommen. Nicht, dass wir etwa über langweilige oder wenig berauschende Suchbegriffe gefunden worden wären, wie es in der Vergangenheit schon so manches Mal war, nein, unsere geistigen Ergüsse sind seit 6 Wochen schlicht überhaupt nicht gesucht worden. Weder mit uninteressanten noch mit unverständlichen oder unsinnigen Suchbegriffen. Sondern gar nicht. Null.

Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten, aber je länger dieser Zustand anhält, desto schlechter geht es mir und es ist zutreffend zu sagen, dass ich in eine handfeste Krise hineingeraten bin und einen Tiefpunkt erreicht habe, der so tief ist, das ich schon gar nicht mehr weiss, wie tief er ist. Gerade am Osterfest wird mit mir einer Wucht bewusst, welch zentrale Rolle die Suchbegriffe mittlerweile in meinem Leben eingenommen haben. Nicht bloß das tägliche Ritual, die Liste der Suchbegriffe aufzurufen und auf neue Einträge hin zu überprüfen, ein wiederkehrendes Ritual, das Ruhe und Halt vermittelt. Nein, hier geht es um mehr. Viel mehr. Die Suchbegriffe schaffen eine Art thematischen Rahmen für mein Leben, eine Art Interpretationshilfe, eine Brille, durch die ich Welt um mich herum sehe. Sie ermöglichen mir, Zusammenhänge zu erkennen, ordnen das, was um mich herum geschieht und liefern so Erklärungsmodelle für meine Umwelt - kurz, sie sind sinnstiftendes Element in meinem Leben geworden. Im Grunde sind die einzelnen Begriffe dies immer so lange, bis neue Suchbegriffe auftauchen, die die vorherigen ablösen oder mit den vorherigen zu einem neuen Begriffskomplex verschmelzen. Seit sechs Wochen fehlt nun der Sinn in meinem Leben, die Ordnung, die Zusammenhänge, das große Ganze.

Wie problematisch das ist, habe ich selbst erst erkannt, als ich mich bei dem Gedanken erwischt habe, selbst ein paar Suchbegriffe in eine Suchmaschine einzutippen und auf das kursiv zu navigieren. Das Schicksal also selbst in die Hand nehmen, nicht bloß herumsitzen und abwarten, sondern etwas tun, die Ärmel hochkrempeln und Veränderung herbeiführen. Doch ich habe unendlich große Angst, die falschen Begriffe einzugeben. Und so bin ich gefangen in meiner Sinnleere, in der ich mir nichts mehr wünsche, als das irgendjemand irgendwo auf dieser Welt irgendwelche Begriffe in eine Suchmaschine eintippt und auf das kursiv aufmerksam wird. Ostern ist auch ein Fest der Hoffnung und der Befreiung.

Mittwoch, 8. April 2009

Phasen

Wiedermal ein neues PC-Spiel besorgt. Ist in den Ferien immer das Gleiche: Ich könnte diverse sinnvolle Dinge tun, zu denen ich sonst nicht komme, besorge mir aber was zum Rauchen und ein PC-Spiel. Hierbei durchlaufe ich diverse Phasen. Alles beginnt mit dem Spielkauf. Hatte drei nach langer Überlegung in die engere Auswahl gezogen. Alles Strategie spiele. Darunter Klassiker. Habe mich für eins, nämlich das Falsche, entschieden. Damit wären wir bei Phase eins, in der ich mich gerade befinde: Ablehnung. Ein ellenlanges Tutorial und das Spiel erscheint mir wie ein animiertes Brettspiel. [Geistige Memo: Wir sollten darüber nachdenken, Spieleherstellern didaktisierte Tutorials anzubieten]
Diese Phase geht dann aber automatisch nach 7min und 34 Sekunden über in die "ach Scheiß drauf, ich zieh mir den Kram nochmal rein -wenigstens das Tutorial"-Phase. Auf diese Phase warte ich gerade noch, müsste aber gleich so weit sein. Hiernach kommt die
"Zünd"-Phase. Diese kann sehr unterschiedlich sein: Das spiel fesselt mich und ich werde die nächsten drei Tage daran sitzen und sozial sowie körperlich verarmen. Oder es langweilt mich nach 10 Minuten und ich werde entweder was sinnvolles tun oder fernsehen. Bin mir im Moment nich sicher, was mir lieber ist.

Übrigends blendende Dinostory!

Donnerstag, 2. April 2009

Dino entlaufen

Zusammenfassung von Donnerstag, 02.04.2009:

Heute morgen klebte ein Post-It an meinem Fahrrad, mitten auf dem Lenker. Darauf stand in Handschrift: "Dino entlaufen". Mehr nicht.

Als ich das Büro heute abend verlassen habe und mein Fahrrad von dem Fahrradständer auf der Strasse losschließen wollte, habe ich eine alte Frau beobachtet, wie sie neben meinem Rad einen Servierwagen aus Metall an den Fahrradständer ankettete. Sie wollte das Schloss unbedingt durch die kleinen Räder des Servierwagens ziehen und musste sich dazu ganz tief runterbeugen. Dabei hat sie mächtig geschnauft. Ich musste kurz an den Post-It von heute morgen denken und bin dann davongeradelt.

Montag, 30. März 2009

Geld, Asche, Zaster, Kies, Kohle, Mäuse, Kröten und Moneten

Heute vormittag lag quasi keine Motivation zur ernsthaften Ausübung einer beruflichen Tätigkeit vor. Also habe ich mich im Netz auf die Suche nach Bahnstrecken mit Reaktivierungspotenzial gemacht. Nimmt man die Suchbegriffe "Bahnstrecke" und "reaktivieren" wird zu meiner Überraschung deutlich, wie präsent das Thema offensichtlich ist.

Zahlreiche Regionalstrecken sind in den letzten Jahren bereits reaktiviert worden, in vielen Fällen laufen Verfahren und Initiativen, um weitere Strecken wiederzubeleben. Fazit: mit der Idee sind wir wohl nicht alleine. Schwierig würde sich zudem unsere Beteiligung an einem solchen Projekt darstellen, da offensichtlich immer wieder die Unterstützung der Politik das entscheidende Moment bei den Raktivierungsprojekten ist. Auch wir wären dann wohl auf die langsamen Mühlen der Politik angewiesen.

Ich habe daher nochmal in Richtung Schornsteine weiter gedacht und kam auf die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung von Gullideckeln. Daran fehlte mir allerdings dann doch der kommerzielle Aspekt, schließlich wollen wir mittelfristig damit ja auch Geld verdienen. Allein auf den Erfolg unseres Meisterwerks zu dem Thema würde ich mich nur ungern verlassen. Also bin ich doch wieder bei der Werbung im öffentlichen Raum gelandet. Also Werbung auf Gullideckeln. Eine erste Recherche ergab, dass es auch hier schon den ein oder anderen Ansatz gab, aber systematisch hat das wohl noch niemand genutzt. Schritt zwei wären dann große Gebäude als Werbeträger. Mit spezieller Scheinwerfertechnik projizieren wir das Logo der Kölner Verkehrsbetriebe in 120x20 Meter auf das Unicenter. Um das finanzielle Potenzial auszuloten müssten wir als erstes Mal eine Verkehrszählung machen.

Dann habe ich gelesen, dass die Bahn gerade wegen der Wirtschaftskrise tausende von Güterwaggons in Ostdeutschland auf einem Abstellgleis stillgelegt hat, weil keine Aufträge reinkommen. Länge des Geisterzugs: 170km. Damit müsste sich doch was anstellen lassen. Vielleicht könnten wir die Dinger in einer Massenveranstaltung symbolisch mit Datenmüll (=Elektronikschrott) füllen. Problem: Strafrechtlicher Tatbestand.

Oder sollen wir doch alles auf Regenschirmautomaten setzen?

Mittwoch, 25. März 2009

Geistiges Schweben

Der Meister reisst mich nicht mehr vom Hocker wegen der Hintergrundinformationen. Wäre es ein einsamer Typ mit Zwei-Zimmer Wohnung, wovon in einem Zimmer eine staubige Glotze, ein blaues durchgesessenes Ikea-Sofa und ein einsames Jimi Hendrix-Poster hängen würde und im anderen Zimmer Mischpulte, diverse Gitarren und Equipment. Und wäre die Küche muffig, vermüllt und voller dreckigem Spul und Pizzaschachtel.... ja, dann würde ich noch über den Meister nachdenken. Aber Einfamilienhaus, Frau und Kinder... neee, das passt nicht.

Ansonsten schwebe ich geistig zwischen Benjamin Leberts "Crazy", Effi Briest, Zeitungsmagazinen, Tonwerttrennungen und pupertären Problemen. Da bleibt nicht mehr viel.

Habe mir übrigends ein neues Buch gekauft, von dem ich jetzt schon weiß, dass ich es nicht ganz durchlesen werde, aber der postmoderne Einbandtext hat mich zutiefst gereizt:
[...] Der junge Schriftsteller David Dilek (Romanfigur) schaut sich seine Freunde, tyische kreative Mittdreißiger, an und sucht nach Antworten auf die kleinen Fragen des Alltags und die großen des Universums. Im Leben seines Helden Paul Dirac, des großen Ubekannten der modernen Physik, glaubt er zu erkennen, worum es geht.
Dietmar Dath (der Autor des Buches) jagt Wissenschaftsgeschichte, Pop und Sciencefiction durch den Teichlenbeschleuniger.

Wir haben deutlich zu wenig Ahnung von Physik. Also ich gar nicht.

Freitag, 20. März 2009

Der Je-Guil

Komm schon Je-Guil, das kann nicht wahr sein, dass das Bild des Meisters nicht irgendeine Reaktion bei dir hervorruft.

Es sei denn, du sitzt seit dem ersten Anblick völlig paralysiert vor dem Bildschirm.

Dienstag, 17. März 2009

Der Nazi

Was macht ein überzeugter Nazi täglich um 19:33 Uhr?

Und was um 19:45 Uhr?

Sonntag, 15. März 2009

Der Meister

Kreatives Genie und Philosoph

Archetyp des kreativen Genies, Denkers und Philosophen

Dienstag, 10. März 2009

...

Nach umfassender Sammlung von Basismaterial ist dringend die kreative Denke und Schreibe von je-guil gefragt, um unser Jahrhundertwerk endlich auf den Weg zu bringen.

Uzumaki beschäftigt sich in der Zwischenzeit mit profaneren Dingen und fängt eine Liste von Begriffen an, die meist negative Konnotation haben und teils mit alternden Frauen in Verbindung stehen:

1. Krähenfüße
2. Reiterhosen
3. Winkearme
4. Wasserzahn
5. Triefaugen
6. Lazy eye (internationaler Quotenbegriff)

Beim nochmaligen Betrachten der Liste überlegt sich Uzumaki jetzt was das wohl für absonderliche Suchbegriffe im Tracker geben wird...

Samstag, 28. Februar 2009

...

Na also. Email-Eingang vom 17.7.2007:

hallo mein lieber, brauchst du eigentlich deine bahncard? sie liegt schon einige tage bei uns. melde dich mal, wenn wir sie schicken sollen, ok
geht es dir ansonsten gut?kannst du gut ins semester einsteigen und geniesst aber auch einwenig nebenher????

papa ist gerade losgezogen um in den nächsten drei tagen seine klasse auf einfaches leben einzustimmen. aber nicht ohne seine lola - oje, sie wird sicher wieder völlig ferig zurückkommen.
bei mir ist es ganz ruhig auf dem hof - ohne lola ein komisches gefühl
ich versuche meine russischen vokalen in mein hirn zu bekommen, was unendlich nühsam ist.
in den kommenden zwei wochen arbeite ich nur stundenweise in der familie und ab dem 1.10 dann richtig, entsprechend dem dienst der frau, die ja als springerin im krankehaus anfangen wird. abheute geht es los, bin gespannt.

also du. lass es dir gut gehen. mit dem zimmer hast du alles geregelt, ist das ok so.

ich freue mich, wenn du dich wieder einmal hören lässt und gruesse dich bis dahin
mama

...

Wie besprochen gebe ich hier die verirrte Email (Namen ausgetauscht) zum Besten:

hallo basti, ich koennte morgen frueh losfahren und waere abends in groningen. - ich fahre gern, wenn du es dir hilft. lass mal hoeren.

wir machen uns grosse sorgen um dich. bitte geh heute nacht noch in die klinik, die helfen dir in jedem fall irgendwie weiter, lassen untersuchungen anlaufen und versuchen klarheit zu schaffen. bitte gehe so schnell wie moeglich dorthin, um sicherheit zu bekommen.

wir denken sehr an dich und umarmen dich

mama und papa


Ich suche mal in meinem Posteingang nach älteren Emails - vielleicht lassen sich noch weitere Anhaltspunkte für eine Romangeschichte finden.

Üzümaki

Mittwoch, 25. Februar 2009

...

Uzumaki hat den Post-Karneval-Infekt und erbittet dringend weitere Informationen über "Saure Orangen". Zudem der Hinweis auf neue, aufregende Suchbegriffe im Tracker.

Es grüßet

UM

Sonntag, 22. Februar 2009

...

Aller Anfang ist schwer:


Es geht um jemanden, der gerade sein Studium fertig gemacht hat. Er war ein guter Student, ehrer einer von den zu strebsamen. Irgendwie unsymphatisch. Hat nicht viele Feten mitgemacht, eigentlich keine und ander würden sagen, er hätte etwas verpasst. Ihm selber kam soetwas gar nicht in den Sinn. Er fand seine Erfüllung im stillen, ruhigen, im Alleinigen. Seine Zeit verbrachte er mit Fachliteratur, und da er sein Studium als Universal verstand, war eigentlich alles Fachliteratur für ihn.

Freitag, 20. Februar 2009

Rekombination

Vorschlag: Kategorie "Rekombination".

Hintergrund: (Reduziertes) Verständnis der Postmoderne als Zeitalter der Rekombination. Alles ist schonmal dagewesen, Originalität und Innovation wird zur Mangelware und verdrängt durch ein ewiges Neukombinieren von Bestehendem. Die entscheidenende Frage ist damit "lediglich" die nach der richtigen Rekombination zur richtigen Zeit .

Am besten bringt die Frage nach den Neuauflagen alter Chartbreaker die Sache auf den Punkt. Nach welchen zeitlichen Intervallen schlagen solche Remixe ein? Gibt es bestimmte zeitliche Muster, die sich vorausberechnen lassen? Vielleicht wäre so 2010 einen alter Donna Summer Hit neu aufzulegen, weil er genau 24 Jahre alt ist. Die zeitlichen Muster müssen berechnet werden. Mit welchen modernen Elementen muss das Original dann kombiniert werden?

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uzumaki - 21. Apr, 16:29
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je-guil - 8. Apr, 20:19
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Zusammenfassung von Donnerstag, 02.04.2009: Heute...
uzumaki - 2. Apr, 21:42
Geld, Asche, Zaster,...
Heute vormittag lag quasi keine Motivation zur ernsthaften...
uzumaki - 30. Mrz, 13:15

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